Baumpflege: So geht's richtig

Im Februar - wenn sich die Sonnenstrahlen wieder öfter sehen lassen und einem ein bisschen Vorfreude auf den Frühling machen - wird es so langsam wieder Zeit, die ersten Arbeiten im Garten zu erledigen…

…dazu gehört in erster Linie der Obstbaumschnitt. Wer eine reichliche Ernte möchte, setzt jetzt die Schere oder Säge an, das fördert den Ansatz von Früchten (einzige Ausnahme sind Kirsche und Pfirsich: die Kirsche wird gleich nach der Ernte beschnitten, der Pfirsich im April oder Mai).

Obstbäume können bei einer Temperatur ab -5° C geschnitten werden. Bei stärkerem Frost sollte komplett auf den Schnitt verzichten werden, denn das würde den Baum sonst zu sehr schwächen.

Abgestorbene oder kranke Triebe werden nun bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten. Auch Äste, die quer gewachsen sind, sollten entfernt werden.

Die Schnittstellen sollten anschließend mit einem Wundverschluss verschlossen werden, 1 bis 2 cm über den Wundrand hinaus. Somit wird erreicht, dass das sogenannte „Kambiumgewebe“ (Zellschicht hinter der Rinde) vor dem Austrocknen geschützt wird.

Nun sollten Sie Ihren Bäumen noch ein Make-up verpassen, das Kalken - dem Weißanstrich  am Stamm. Denn durch die Sonnenstrahlen, die im Februar oft schon intensiver sind, und dem noch anhaltenden Frost, kann es im Stamm zu Spannungen kommen. Das hätte zur Folge, dass die Rinde und das Holz aufplatzen könnte. Um das zu verhindern, werden die Baumstämme weiß angestrichen, die weiße Farbe reflektiert die Sonne, so dass größere Temperaturschwankungen reduziert werden.

Für die Pflegeschnitte gibt es 3 Baumschnittarten:

-Erziehungsschnitt

-Erhaltungsschnitt

-Verjüngungsschnitt

Beim Erziehungsschnitt wird die Krone ausgelichtet, so dass die Früchte mehr Licht bekommen. Dabei entfernt man Triebe die nach innen wachsen, oder überkreuzende Äste.

Außerdem werden die Leitäste (bestehend aus dem durchgehenden Mitteltrieb und 3 bis 4 seitlichen Hauptästen) und die Stammverlängerung um ein bis zwei Drittel zurückgeschnitten.

Der Erhaltungsschnitt ist bei einem jungen Baum erst mal nicht nötig und wird erst interessant, wenn der Baum ein Alter von ca. 10 Jahren erreicht hat. Hier werden alle Äste herausgenommen, die ein reichliche Ernte ausbremsen. Also Triebe, die zu dicht stehen oder sich berühren, oder zu tief hängen, zum Boden hinwachsen, nach innen gewachsen sind, oder einfach senkrecht in die Höhe geschossen sind.

Wenn dann die Ernte immer spärlicher ausfällt, kommt der Verjüngungsschnitt ins Spiel. Hier wird radikal ausgelichtet, die Leitriebe extrem zurückgeschnitten. Außerdem wird alles entfernt, wie schon beim Erhaltungsschnitt beschrieben.

Tipp: Achten Sie beim Schnitt auf die „Saftwaage“. Das heißt, dass sich die Leitäste ungefähr auf gleicher Höhe befinden, der Mitteltrieb aber ca. 20 cm höher steht.