18. Juni 2026
35 Grad draußen – und drinnen kaum auszuhalten? Das muss nicht sein. Wer die richtigen Maßnahmen kennt, hält sein Haus, seine Terrasse und seinen Garten auch in der Hitzewelle angenehm kühl. Unser großer Ratgeber zeigt, was wirklich hilft: von der Dachdämmung und dem außenliegenden Rollladen über begrünte Pflasterung und Gründächer bis hin zur perfekten Terrassenüberdachung. Mit konkreten Produktempfehlungen aus dem Baumarkt und Baustoffhandel – und Tipps, welche Maßnahmen sogar staatlich gefördert werden.
Hitzeschutz für Haus, Garten und Terrasse: Der große Ratgeber
Heiße Sommer werden zur Normalität – und das eigene Zuhause zur Herausforderung. Wenn das Thermometer auf 35 Grad und mehr klettert, verwandeln sich Wohnräume schnell in Backöfen, Terrassen in unbenutzte Hitzeinseln und Dachgeschosse in unbewohnbare Zonen. Doch mit den richtigen Produkten und Maßnahmen lässt sich das ändern – von der Dachdämmung bis zur begrünten Pflasterung, vom Rollladen bis zur Pergola. Dieser Ratgeber gibt einen umfassenden Überblick über alle wirksamen Hitzeschutzmaßnahmen rund ums Haus – inklusive der wichtigsten Produkte aus dem Baumarkt- und Baustoffhandel-Sortiment.
Warum Hitzeschutz heute wichtiger ist denn je
Hitzesommer häufen sich. Was früher eine seltene Ausnahme war, ist heute in vielen Regionen Deutschlands der neue Normalzustand. Das Bundesgesundheitsministerium und zahlreiche Kommunen reagieren darauf bereits mit eigenen Hitzeschutzplänen – um besonders gefährdete Gruppen wie Kinder und Senioren vor den gesundheitlichen Risiken zu schützen. Doch auch für Eigenheimbesitzer lohnt es sich, einen privaten „Hitzeschutzplan" zu entwickeln: Denn in Gebäuden ohne ausreichenden sommerlichen Wärmeschutz kann der Sommer zur ernsthaften gesundheitlichen Belastung werden.
Wirksamer Hitzeschutz verbessert nicht nur den Wohnkomfort – er ermöglicht besseren Schlaf, steigert die Konzentrationsfähigkeit und spart Energiekosten, weil teure Klimageräte gar nicht erst oder nur minimal laufen müssen. Die gute Nachricht: Viele der wirksamsten Maßnahmen sind mit Produkten aus dem Baumarkt oder Baustoffhandel gut umsetzbar – teils auch in Eigenleistung.
Die drei Säulen des sommerlichen Wärmeschutzes
Ein wirksamer Hitzeschutz fürs Haus beruht auf drei sich ergänzenden Ansätzen:
1. Den Wärmeeintrag von außen reduzieren – durch Dämmung von Dach und Fassade sowie durch Verschattung der Fenster.
2. Eingetragene Wärme gezielt abführen – durch richtiges Lüften, besonders nachts.
3. Das direkte Umfeld des Hauses kühlen – durch Begrünung von Garten, Fassade und Dach sowie durch klimaangepasste Pflasterung.
Dachdämmung: Der wichtigste Schutz gegen Sommerhitze
Das Dach ist im Sommer die am stärksten belastete Fläche des Hauses. Je nach Dacheindeckung können die Oberflächentemperaturen auf bis zu 90 Grad Celsius steigen – die aufgeheizten Dachziegel strahlen diese Wärme direkt gegen die Dachdämmung und von dort in die Wohnräume. Für Dachgeschosse, die ohne Dämmung oder mit unzureichender Dämmung auskommen müssen, bedeutet das im Sommer schlicht Unbewohnbarkeit.
Um Überhitzungen im Dachgeschoss zu vermeiden, sind drei Faktoren entscheidend: eine gute Dachdämmung, wirksamer Sonnenschutz an Dachfenstern und ausreichende Wärmespeichermasse.
Welche Dämmstoffe eignen sich?
Mineralwolle (Steinwolle/Glaswolle): Der Klassiker für die Zwischensparrendämmung. Für die Zwischensparrendämmung aus Mineralwolle werden mindestens 20 Zentimeter Dämmdicke empfohlen. Steinwolle ist als Einblasdämmung besonders praktisch – sie füllt jeden Hohlraum aus und gilt als besonders effektiver Hitzeschutz.
Holzfaserdämmplatten: Der ökologische Favorit für den sommerlichen Wärmeschutz. Holzfaser und Zellulose zeichnen sich durch ein besonders großes Wärmespeichervermögen aus – sie nehmen die eindringende Hitze auf und geben sie erst zeitverzögert ab (sogenannte Phasenverschiebung), sodass die kritische Tageshitze erst nachts ankommt – wenn dann schon wieder Kühlung durch Lüften möglich ist. Für eine Aufsparrendämmung aus Holzfaserdämmstoffen werden mindestens 20 Zentimeter empfohlen.
Zellulosedämmung (Einblasdämmung): Im Vergleich zu einer mineralischen Dachdämmung weist Zellulose eine zwei- bis dreimal so hohe Dichte sowie eine 2,5-mal bessere Wärmespeicherkapazität auf. Sie wird unter Luftdruck in Hohlräume eingeblasen und schafft so eine fugenlose, diffusionsoffene Dämmschicht – ideal für Sanierungen, bei denen die Dacheindeckung erhalten bleiben soll.
PUR/PIR-Dämmplatten: Für eine Aufsparrendämmung aus PUR/PIR genügen mindestens 14 Zentimeter. Bei geringem Platzbedarf eine effiziente Option.
Produkte aus dem Baustoffhandel und Baumarkt
Im Sortiment des Baustoffhandels finden sich für die Dachdämmung:
- Zwischensparrendämmplatten aus Mineralwolle (Steinwolle/Glaswolle), in verschiedenen Stärken von 100 bis 240 mm
- Holzfaserdämmplatten für Zwischen- und Aufsparrendämmung (z. B. von Gutex, Steico, UdiDÄMMSYSTEME)
- Aufsparrendämmplatten aus PUR/PIR für flache Dächer und Aufsattelungen
- Zellulose-Einblasdämmung (meist über Fachbetriebe)
- Dampfbremsen und Unterspannbahnen als System-Ergänzung
- Dachfenster-Zubehör inkl. Sonnenschutzrollläden für Dachfenster
Fassadendämmung: Hitzeschutz und Energiesparen in einem
Eine gut gedämmte Fassade schützt nicht nur im Winter vor Wärmeverlust, sondern auch im Sommer vor eindringender Hitze. Dämmsysteme lassen weniger thermische Energie hindurch, während massive Wände die Wärme zusätzlich speichern und zeitverzögert abgeben – das Raumklima verbessert sich spürbar. Dreht sich der Wärmestrom in der Heizperiode um, hilft die gleiche Maßnahme dann auch dabei, Energiekosten zu senken.
Systeme im Überblick
WDVS (Wärmedämmverbundsystem): Das meistgenutzte System für die Außenwanddämmung. Dämmplatten werden direkt auf die Fassade geklebt und anschließend verputzt. Im Baustoffhandel erhältlich in Mineralwolle, EPS (Styropor), Holzfaser oder Mineralschaum.
Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF): Konstruktion mit Luftschicht hinter der Fassadenverkleidung – besonders gut geeignet, um alle Anforderungen an den Wärmeschutz zu erfüllen und gleichzeitig eine repräsentative Optik zu erzielen.
Einblasdämmung für zweischaliges Mauerwerk: Ältere Häuser mit zweischaligem Mauerwerk lassen sich durch Einblasen von Dämmstoffen in den Hohlraum zwischen den Schalen nachträglich effektiv dämmen – ohne aufwendige Bauarbeiten an der Fassade.
Sonnenschutz am Fenster: Die wirksamste sofort umsetzbare Maßnahme
Ein Großteil der Sommerhitze gelangt über Fenster und Glastüren ins Haus – besonders an der Südseite. Außen liegender Sonnenschutz wie Rollladen, Markise und Jalousie ist deshalb eine der wirksamsten und schnellsten Maßnahmen gegen Überhitzung. Der Grundsatz lautet: Je weiter außen der Sonnenschutz sitzt, desto wirksamer ist er.
Außenliegender Sonnenschutz – das stärkste Mittel
Rollläden: Der klassische außenliegende Sonnenschutz. Sie lassen sich motorisieren und sind als Nachrüstlösung für nahezu jede Fenstergröße erhältlich. Automatische Steuerung – auch über Sonnensensoren – ermöglicht optimalen Betrieb ohne manuelles Eingreifen. Besonders wichtig: Automatisierte Rollladen-Systeme gehören zu den wirkungsvollsten Smart-Home-Lösungen für Energieeffizienz und Hitzeschutz und können auch im Bestand nachgerüstet werden.
Außenjalousien: Besonders flexibel, weil sie stufenlos eingestellt werden können – zwischen voll offen und voll geschlossen. So lässt sich Tageslicht dosieren, ohne die Hitze einzulassen.
Markisen: Als außenliegender Sonnenschutz für Fenster geeignet, der parallel zur Verglasung verläuft. Für die staatliche Förderung muss die Markise an der thermischen Gebäudehülle parallel zur Verglasungsfläche installiert werden und eine automatische, strahlungsabhängige Steuerung besitzen.
Raffstores und Lamellen: Kombination aus Licht- und Sichtschutz, besonders für Büros und Wohnbereiche mit Blendschutzanforderung.
Innenliegender Sonnenschutz – weniger wirksam, aber dennoch hilfreich
Vorhänge, Rollos und Innenjalousien können nur einen Teil der Hitze abhalten, da die Sonnenstrahlen bereits ins Rauminnere eingedrungen sind und sich in Wärme umgewandelt haben. Dennoch sind sie besser als kein Schutz.
Sonnenschutz-Plissees mit Perlexbeschichtung auf der Rückseite (Rückseite zeigt nach außen) reflektieren und absorbieren Sonnenlicht stärker als herkömmliche Plissees – ein sinnvoller Kompromiss, besonders für Dachfenster und Räume, die sich nachts kühlen.
Sonnenschutzverglasungen und Sonnenschutzfolien
Sonnenschutzverglasungen mit speziellen Beschichtungen oder elektrochrome Verglasungen (die sich auf Knopfdruck verdunkeln) bieten Hitzeschutz direkt am Fenster – allerdings dauerhaft, was auch im Winter die Solargewinne durch die Sonne mindert. Sonnenschutzfolien lassen sich nachträglich auf vorhandene Scheiben aufkleben.
Sortiment im Baumarkt und Fachhandel
- Außenrollläden (manuell und motorisiert), als Aufsatz- und Vorbaurollladen
- Außenjalousien und Raffstores (Aluminium, Stahl)
- Markisen (Kassetten-, Gelenkarm- und Wintergartenmarkisen)
- Sonnenschutzfolien für Fensterscheiben
- Sonnenschutz-Plissees und -Rollos mit Perlexbeschichtung
- Automatische Steuerungsaktoren zum Nachrüsten (Smart-Home-fähig, Funk)
- Sonnensensoren und Windsensoren für automatische Rollladen- und Markisensteuerung
Richtiges Lüften: Kostenlos und hochwirksam
Richtiges Lüften im Sommer ist eine der einfachsten und kostenlosesten Hitzeschutzmaßnahmen – und wird dennoch häufig falsch gemacht. Die wichtigste Regel: Im Sommer nur morgens, nachts und am späten Abend lüften – niemals tagsüber, wenn die Außentemperatur höher als die Innentemperatur ist. Wer tagsüber lüftet, holt die heiße Außenluft direkt ins Haus.
Am effektivsten ist das Querlüften – also das gleichzeitige Öffnen von Fenstern auf gegenüberliegenden Seiten des Hauses. Ein Thermometer, das sowohl die Außen- als auch die Innentemperatur anzeigt, ist dabei ein einfaches und praktisches Hilfsmittel: So ist auf einen Blick erkennbar, wann das Lüften wirklich etwas bringt.
Für Häuser mit kontrollierter Wohnraumlüftung (KWL) gibt es im Sommerbetrieb spezielle Einstellmöglichkeiten: Der sogenannte Sommerbypass leitet die Außenluft an dem Wärmetauscher vorbei, sodass die kühle Nachtluft direkt ins Haus gelangt. Die Nachtauskühlung durch automatisches Lüften in den kühlen Nachtstunden ist eine besonders effektive Ergänzung zum passiven Hitzeschutz.
Produkte für das richtige Lüften
- Innen-Außen-Thermometer (digital oder analog)
- Fensterkontaktsensoren für Smart-Home-Systeme (Erinnerung ans Lüften)
- Lüftungsanlagen mit Sommerbypass-Funktion
- Fenster mit eingebautem Spaltlüftungsbeschlag für sichere Nachtlüftung
Klimaanlage: Sinnvolle Ergänzung, kein Ersatz für Sonnenschutz
Wenn passive Maßnahmen nicht ausreichen, kann eine Klimaanlage das Raumklima im Sommer deutlich verbessern – allerdings nur als Ergänzung, nicht als Ersatz für Sonnenschutz. Wer zuerst in außenliegenden Sonnenschutz investiert, kann das Klimagerät kleiner dimensionieren und spart dauerhaft Stromkosten.
Empfehlenswert sind sogenannte Split-Klimageräte, da sie deutlich effizienter arbeiten als portable Monoblock-Geräte. Sie müssen von einem Fachbetrieb installiert werden. Bei der Nutzung gilt: Räume nicht zu stark herunterkühlen – eine Temperaturdifferenz von etwa 5 bis 6 Grad Celsius zur Außentemperatur ist gesund und reicht für spürbare Erfrischung aus. Die Entfeuchtungsfunktion moderner Klimageräte kann ebenfalls zur gefühlten Kühle beitragen, weil hohe Luftfeuchtigkeit das Hitzeempfinden stark verstärkt.
Sonnenschutz auf der Terrasse: Von der Markise bis zur Pergola
Die Terrasse soll im Sommer als Wohnzimmer im Freien genutzt werden – doch ohne Sonnenschutz ist das bei Hitze unmöglich. Hier stehen mehrere Lösungen zur Wahl, die im Baumarkt und Fachhandel erhältlich sind.
Die Markise – der Klassiker
Die Markise ist die meistgenutzte Form des Terrassenbeschattung. Sie spendet flexiblen Schatten, schützt vor UV-Strahlung und lässt sich automatisch steuern. Regen- und Windsensoren fahren die Markise bei schlechtem Wetter automatisch ein. Erhältlich sind Gelenkarm-, Kassetten- und Wintergartenmarkisen in verschiedenen Tuchfarben und -qualitäten.
Das Sonnensegel – die moderne Alternative
Sonnensegel sind eine optisch ansprechende und flexible Alternative zur Markise. Sie können am Haus sowie an freistehenden Stützen oder Bäumen befestigt werden. Wichtig ist ein langlebiges Tuch mit UV-Schutz. Im Baumarkt gibt es fertige Sonnensegel-Sets sowie Zubehör für individuelle Lösungen (Befestigungshaken, Spannseile, Masten).
Die Pergola mit Kletterpflanzen – nachhaltig und schön
Eine mit Kletterpflanzen bewachsene Pergola ist gegen Sommerhitze genauso effektiv wie Markise oder Sonnenschirm – und dabei deutlich ästhetischer und naturnaher. Die Pergola besteht aus im Boden verankerten Pfosten und einem stabilen Überbau. Als Materialien haben sich witterungsbeständige Hölzer wie Robinie, Lärche, Douglasie und Eiche bewährt. Für die Bepflanzung kommen viele Arten infrage: Rosen, Wein, Kiwi, Clematis, Blauregen oder auch Nutzpflanzen wie rankende Erbsen oder Spalierobst.
Das Rankgitter – flexibel und günstig
Wer sich nur an einer Seite gegen Sonne, Wind oder neugierige Blicke schützen möchte, ist mit einem freistehenden Rankgitter aus Holz oder Metall gut bedient. Es lässt sich mit verschiedenen Kletterpflanzen beranken und bei Bedarf leicht umstellen oder entfernen.
Die feste Terrassenüberdachung – der Alleskönner
Wer die Terrasse bei jedem Wetter komfortabel nutzen möchte, entscheidet sich für eine feste Terrassenüberdachung. Sie schützt vor Regen, Wind und Sonne gleichermaßen. Als Materialien kommen Holz und Aluminium für die Konstruktion sowie Glas, Kunststoff (Polycarbonat), Dachziegel oder Metall für die Abdeckung infrage. Wichtig: Bei lichtdurchlässigen Materialien wie Glas oder Polycarbonat ist ein zusätzlicher Sonnenschutz – etwa eine integrierte Markise – unbedingt notwendig, da sonst ein Treibhauseffekt entsteht.
Sortiment im Baumarkt
- Gelenkarm- und Kassettenmarkisen (manuell und motorisiert)
- Sonnensegel in verschiedenen Formen und Größen (Dreieck, Quadrat, Rechteck)
- Pergola-Bausätze aus Holz und Aluminium
- Rankgitter aus Holz und Metall
- Terrassenüberdachungs-Systeme (Holz, Alu, mit Glas oder Polycarbonat)
- Befestigungsmaterial, Pfostenanker, Spannschlösser
- Markisenstoffe und Ersatztücher
- UV-Schutzfolie für Glasüberdachungen
Begrünte Pflasterung: Gegen Hitzeinseln auf Wegen und Terrassen
Gepflasterte Wege, Terrassen und Stellplätze sind bei Hitze besonders problematisch: Sie nehmen tagsüber enorme Wärmemengen auf und geben sie noch in der Nacht ab – die Abkühlung bleibt aus. Ein weiteres Problem: Bei Starkregen – zum Beispiel nach einem Hitzegewitter – versickert auf versiegelten Flächen kaum Wasser, was zu Überflutungen führen kann.
Die Lösung ist eine offene und begrünte Pflasterung: Wasserdurchlässige Pflastersteine mit breiten, bepflanzten Fugen verbessern das Mikroklima, fördern die Versickerung und sehen dazu noch ansprechend aus.
So funktioniert begrünte Pflasterung
Das Prinzip ist simpel: Der Boden bleibt durch die Lücken zwischen den Steinen und durch die Bepflanzung lebendig. Pflanzen in den Fugen kühlen durch Verdunstung, und Regenwasser kann direkt im Boden versickern statt abzufließen. Auch in breiten Fugen von Terrassenplatten können kleine Pflanzen wachsen und Regen kann größtenteils versickern.
Für die Umsetzung müssen verdichtete und undurchlässige Schichten abgetragen und durch einen wasserdurchlässigen Untergrund ersetzt werden. Randsteine verhindern ein Verrutschen der Pflasterung – besonders bei Fahrwegen wichtig, die besser ein Fachunternehmen übernimmt. Weniger beanspruchte Wege und Terrassen können auch in Eigenregie verlegt werden.
Für die Begrünung eignet sich Saatgut kleiner, trittverträglicher Pflanzen wie Gänseblümchen, Sand-Thymian oder andere heimische Gewächse. Der Pflegeaufwand ist überraschend gering.
Vorteile auf einen Blick
- Besseres Mikroklima durch natürliche Verdunstungskühlung
- Versickerung von Regenwasser statt Oberflächenabfluss
- Natürlicher Lebensraum für Insekten und andere Kleintiere
- Attraktives Erscheinungsbild durch blühende Fugenbepflanzung
- Geringer Pflegeaufwand nach der Etablierung der Pflanzen
Produkte aus dem Baumarkt und Baustoffhandel
- Rasengittersteine und Schotterrasen-Elemente (Beton, Recyclingmaterial)
- Pflastersteine mit breiten Fugenaussparungen
- Wasserdurchlässige Pflasterbettungen (Drainbeton, Split, Kies)
- Trennvliese und wasserdurchlässige Geotextilien
- Fugensand und Fugenmörtel (offenporig, wasserdurchlässig)
- Randsteine und Beeteinfassungen
- Saatgut für Fugenbegrünung (Trittflächenmischungen)
Begrünung von Dach, Fassade und Grundstück: Die natürliche Klimaanlage
Pflanzen sind natürliche Kühler: Sie nehmen Sonnenwärme auf, die sie für die Verdunstung von Wasser nutzen, und senken so die Umgebungstemperatur – wie eine natürliche Klimaanlage. Gleichzeitig binden sie Feinstaub, Stickoxide und Abgase aus der Luft. Besonders in Städten und Ballungsräumen, wo die Luftbelastung ohnehin hoch ist und der Hitzeinsel-Effekt ausgeprägt auftritt, leisten Dach- und Fassadenbegrünungen einen spürbaren Beitrag zum Mikroklima.
Dachbegrünung (Gründach)
Eine Dachbegrünung – auch Gründach genannt – schützt die Dachabdichtung vor Extremtemperaturen, verbessert den Hitzeschutz und verlängert gleichzeitig die Lebensdauer der Abdichtung. In regenreichen Zeiten puffert das Gründach Wassermassen und entlastet die Kanalisation. Und es ist schön anzusehen.
Gründächer sind unterschiedlich aufwendig:
Extensive Dachbegrünung: Dünne Substratschicht (8–15 cm), trockenheitsresistente Pflanzen wie Sedum (Fetthenne), Moose und Gräser. Geringer Pflegeaufwand, geringes Gewicht – geeignet für viele Flachdächer und flach geneigte Dächer. Im Baustoffhandel und Baumarkt erhältlich als komplette Gründach-Sets für Carport und Garage.
Intensive Dachbegrünung: Dickere Substratschicht, Sträucher und Stauden möglich – quasi ein Garten auf dem Dach. Höheres Gewicht erfordert statische Prüfung.
Gründächer eignen sich auch hervorragend für Carport und Garage – hier können auch Heimwerker die Begrünung gut selbst anlegen.
Fassadenbegrünung
Eine Fassadenbegrünung kühlt im Sommer nachhaltig und dämmt im Winter zusätzlich – Untersuchungen des Instituts für Biologiedidaktik der Universität Köln und des Forschungsinstituts Jülich haben das für Efeu und andere Kletterpflanzen belegt. Temperaturschwankungen an der Fassade sind mit Begrünung deutlich geringer als bei kahlen Fassaden.
Für eine günstige Fassadenbegrünung genügen einfache Kletterhilfen – Rankgitter oder Drahtseile, die an der Wand verankert werden. Direkt im Erdreich verwurzelte Kletterpflanzen brauchen dann kaum Wässerung oder Pflege. Mögliche Pflanzen: die Klassiker Efeu und wilder Wein, Blühpflanzen wie Blauregen, Kletterrosen und Clematis, aber auch Nutzpflanzen wie Spalierobst und rankende Erbsen.
Begrünung von Terrasse und Balkon
Wer kein Dach oder keine Fassade begrünen kann, schafft mit üppigen Pflanzgefäßen, Hängeampeln und Rankpflanzen auf Terrasse und Balkon eine grüne Oase. Auch kleinflächige Begrünungen kühlen durch Verdunstung merklich und verbessern das direkte Umgebungsklima.
Bepflanzter Vorgarten statt Schottergarten
Schottergärten sind Hitzefallen: Sie speichern Wärme und geben sie nachts wieder ab, ohne zu kühlen. Ein blühender und bepflanzter Vorgarten kühlt dagegen, bindet Schall, reinigt die Luft und wird mit den Jahren schöner und pflegeleichter. Wer sich einmal für standortgerechte Gehölze entscheidet, hat dauerhaft weniger Arbeit als mit einem Kiesgarten, in dem sich Laub, Moos und Unkräuter festsetzen.
Produkte aus dem Baumarkt und Baustoffhandel
- Gründach-Komplettsets (Substrat, Wurzelschutzfolie, Drainage, Sedum-Pflanzen)
- Drainageplatten und Wurzelschutzfolien für Flachdächer
- Rankgitter (Holz, Metall, Edelstahl) in verschiedenen Größen
- Drahtseil-Systeme und Ösen für die Fassadenbegrünung
- Wandhalterungen und Kletterhilfen
- Pflanzgefäße und Pflanzkübel für Terrasse und Balkon
- Trittverträgliche Rasensaatgutmischungen für Fugen und Trittplatten-Bereiche
Förderung für Hitzeschutzmaßnahmen: Zuschüsse und Kredite nutzen
Für viele Hitzeschutzmaßnahmen gibt es staatliche Förderung – das senkt die Investitionskosten erheblich.
Außenliegender Sonnenschutz (BAFA/KfW): Für Rollläden und Außenjalousien, die parallel zur Verglasung an der thermischen Gebäudehülle installiert werden und eine automatische, strahlungsabhängige Steuerung besitzen, gibt es Zuschüsse vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) sowie Effizienzhaus-Kredite der KfW. Wichtig: Der Antrag muss immer vor Beginn der Maßnahme gestellt werden, und es ist die Einbindung eines Energieberaters erforderlich.
Freistehende Markisen, Vordächer und freistehende Lamellen sind dagegen nicht über das BEG-Programm förderfähig – diese Maßnahmen können aber über den Steuerbonus für energetische Sanierung (20 % der Handwerkerkosten, max. 40.000 Euro) geltend gemacht werden, wenn sie im Zuge einer Fassadendämmung oder eines Fensteraustauschs erfolgen.
Dachdämmung: Gefördert über BAFA (Zuschuss) und KfW (Kredit), unabhängig davon, ob der Hauptgrund Hitzeschutz oder Energieeinsparung ist.
Fassadendämmung: Ebenfalls über BEG-EM (Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen) förderfähig.
Dachbegrünung: Einige Kommunen fördern Dachbegrünungen mit attraktiven Zuschüssen – in Hamburg beispielsweise werden bis zu 60 Prozent der Kosten übernommen. Auch die KfW fördert Gründächer in bestimmten Programmen. Eigentümer sollten sich bei ihrer Gemeinde nach aktuellen Programmen erkundigen.
Hitzeschutz-Checkliste für Haus, Garten und Terrasse
Am Dach:
- Dachdämmung vorhanden und ausreichend stark (mind. 20 cm Mineralwolle oder Holzfaser)?
- Sonnenschutz an Dachfenstern (außenliegend bevorzugen)?
An der Fassade:
- Außenwanddämmung vorhanden?
- Fassadenbegrünung möglich (Rankgitter, Kletterpflanzen)?
An den Fenstern:
- Außenliegender Sonnenschutz vorhanden (Rollladen, Jalousie, Markise)?
- Automatische Steuerung mit Sonnensensor?
Im Haus:
- Lüftungsverhalten angepasst (nur morgens/nachts lüften)?
- Innen-Außen-Thermometer vorhanden?
- Klimagerät als Ergänzung (Split-Gerät, kein Monoblock)?
Auf der Terrasse:
- Sonnenschutz vorhanden (Markise, Sonnensegel, Pergola)?
- Terrassenüberdachung bei Bedarf mit zusätzlichem Sonnenschutz?
Im Garten und auf Wegen:
- Versiegelte Flächen reduzieren (begrünte Pflasterung statt Beton)?
- Begrünung von Vorgarten, Einfahrt, Stellplatz?
- Dachbegrünung von Carport oder Garage?
Hitzeschutz ist eine Investition, die sich mehrfach auszahlt
Wer jetzt in den Hitzeschutz seines Hauses investiert, profitiert gleich mehrfach: weniger Unbehagen bei Hitzewellen, besserer Schlaf, geringere Stromkosten durch reduzierten Klimagerätebedarfs – und einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Biodiversität, wenn Begrünungsmaßnahmen dazukommen. Viele der wirksamsten Produkte – von der Dachdämmplatte über den Rollladen bis zum Gründach-Set – sind im Baustoffhandel und Baumarkt erhältlich und teils auch in Eigenleistung umsetzbar.
Die wichtigsten Maßnahmen in der Prioritätsreihenfolge:
- Außenliegenden Sonnenschutz nachrüsten (schnellste Wirkung, hoher Förderanteil)
- Dachdämmung verbessern (größter Effekt im Dachgeschoss)
- Richtiges Lüftungsverhalten (kostenlos und sofort wirksam)
- Terrasse beschatten (Markise, Pergola oder Überdachung)
- Flächen entsiegeln und begrünen (nachhaltiger Beitrag zum Mikroklima)
Mit dem richtigen Sortiment aus dem Baumarkt und Baustoffhandel und dem Wissen, wie die einzelnen Maßnahmen zusammenwirken, lässt sich aus jedem Haus ein komfortables Sommerdomizil machen – ganz ohne Klimaanlage im Dauerbetrieb.