Erst planen, dann machen…

… bevor Sie es sich mit einer schönen Tasse Tee, oder auch einen Glas guten Rotwein vor ihrem eigenen Kaminofenfeuer gemütlich machen können, stehen zunächst zwei große Tätigkeitsbereiche an, die sie erledigen müssen, bzw. um die sie sich kümmern müssen.
Und zwar die Planung und das „Machen“.

Und wie meistens beim Heimwerken oder wenn man irgendetwas selber anpackt ist eine gute, vorausschauende und detaillierte Planung absolut ausschlaggebend für das letztendliche Ergebnis. Und beim Aufstellen einer Feuerungsanlage oder Feuerstätte (amtlicher Originalton) ist die Planung sogar noch wichtiger, weil es rechtliche Vorgaben gibt.

 

Das Bundes-Imissionsschutzgesetz (BlmSchG)…

Die wichtigste Information für Sie gleich vorab: Ihr zukünftiger Kaminofen muss in jedem Fall von Ihrem zuständigen Schornsteinfeger abgenommen werden, bevor er in Betrieb geht (Erteilung einer Feuerstätten-Genehmigung).

Die Abnahme erfolgt natürlich nur dann, wenn Sie sich in den Augen des Schornsteinfegers an die Vorgaben aus dem Bundes-Immissionsschutzgesetz halten. Das macht auch mit Sicherheit Sinn, weil Sie und ihre Familie sich sonst eventuell massiv in Gefahr bringen - zum Beispiel durch die entstehenden Abgase oder auch durch eventuell entstehenden Sauerstoffmangel.

Wie es bei uns in Deutschland üblich ist, sind diese Vorgaben unter Umständen relativ umfangreich (was aber hier sehr sinnvoll ist). Sie dürfen außerdem nicht davon ausgehen dass für alle auch die gleichen Vorschriften gelten. Was Sie beachten müssen, bzw. was sie überhaupt dürfen, hängt zum Beispiel von Ihrem Wohnort, vom Gebäudetyp, vom Aufstellungsort des Ofens und natürlich auch von der Art des Ofens selber ab. Eventuell müssen Sie zum Beispiel Ihr Vorhaben auch noch mit dem Wohnungs-Inhaber, bzw. dem Vermieter klären und sich bei ihm eine entsprechende Erlaubnis holen.

Als erstes sollten Sie sich aber bei Ihrem Bezirks-Kaminkehrer erkundigen, ob sie überhaupt einen Ofen aufstellen dürfen. In den meisten Fällen ist das der Fall, es gibt aber Ausnahmen. 

Mit ihm vereinbaren sie dann am besten gleich einen Termin bei Ihnen zu Hause, bei dem er sich dann auch den gewünschten  Standort (feste Standfläche mit nicht brennbarem Untergrund) und die unmittelbare Umgebung des Ofens ansehen kann (Abstand zur Wand, oder zu brennbaren Gegenständen mindestens 40 cm, Abstand von der Scheibe nach vorne mindestens 80 cm). Die Vorgaben unterscheiden sich je nach Art des Ofens, die hier gemachten Angaben sind also nicht zwingend auch für Sie maßgebend.

Der Kaminkehrer-Meister begutachtet vor Ort dann auch die Situation bezüglich des Schornsteins, bzw. das Anschließen Ihres Kaminofens an den Schornstein. Auch dafür gibt es spezielle Vorschriften die nach Gebäudeart,  bzw. je nach Aufbau Ihrer Wände und Ihres Kamins unterschiedlich sind.
Unter Umständen ist es sogar nötig, einen separaten Edelstahlschornstein zu installieren, um die Feuerstätten-Genehmigung zu bekommen.

Aber bitte lassen Sie sich nicht entmutigen, in vielen Fällen ist das Aufstellen eines Kaminofens nur halb so kompliziert, oder es gibt wirklich praktikable Lösungen im Handel. So können Sie ja zum Beispiel einfach eine feuerfeste Bodenplatte aus Glas oder Blech auf Ihren Parkettboden legen, um den Anforderungen zu genügen. Fragen Sie bitte einfach ihren Kaminkehrer oder gleich den Kaminkehrer -Meister um Rat. Dann wird Ihnen geholfen.

Auf die Größe kommt es an...

Bei einem Kaminofen ist dabei weniger die Höhe oder Breite entscheidend, als vielmehr der Heizwert. Der erforderliche Heizwert, den ihr neuer Ofen leisten muss, berechnet sich vorrangig aus der Größe der Räume, die beheizt werden sollen (Raumvolumen) und dann natürlich auch aus ihren persönlichen Wünschen - je nachdem, wie viel Wärme sie ausbeuten möchten.
Es macht natürlich einen Unterschied, ob Sie den Ofen nur hin und wieder betreiben, oder ob Sie mit dem Ofen ganze Räume tatsächlich mit Grundwärme versorgen möchten (dann muss der Ofen zum Beispiel dauerbrandgeeignet sein).

Bitte halten Sie sich in jedem Fall an die Empfehlung des Kaminkehrers zur Leistung des Ofens. Wenn Sie das nicht tun, kann es sein, dass Sie jede Menge Brennholz verheizen, ohne den Raum wirklich auf die gewünschte Temperatur zu bringen.
Bei einem Ofen kommt es eben  (zunächst) weniger darauf an, wie gut er Ihnen gefällt, sondern eher darauf, dass er für die bei Ihnen vorhandenen Begebenheiten geeignet ist und Ihre “Wärmevorstellung“ dann hinterher auch erfüllen kann.

Auch mit diesen Fragen sind Sie bei ihrem Kaminkehrer-Meister gut aufgehoben. Er kann Sie auch dazu umfassend beraten. Selbstverständlich helfen Ihnen dabei auch gerne die Fach-Mitarbeiter in unserem Markt.

Und eventuell auch auf das Gewicht…

So ein durchschnittlicher Kaminofen kann durch das verwendete Material schon einige Kilos auf die Waage bringen. Die im Ofen enthaltenen feuerfesten Schamott-Steine sind auch nicht wirklich leicht. Dazu kommt eventuell zusätzliches Gewicht durch Steinverkleidungen, Speicherstein oder ähnlichem. Da kommt einiges zusammen.

Normal sollte das für die Statik ihrer Wohnung oder ihres Hauses eigentlich kein Problem sein, aber das hängt natürlich von zwei Hauptfaktoren ab:
Der Art und dem Zustand Bausubstanz, bzw. natürlich dem Gewicht des Ofens. Wenn Sie sich nicht absolut sicher sind, dass Ihr Fußboden die Belastung ohne Probleme aushält, sprechen Sie bitte auch darüber vorab mit dem Kaminkehrer.

So sollten Sie vorgehen…

  • Entscheiden Sie, ob Sie ihren Ofen für eine ständige Beheizung Ihres Raums nutzen möchten, oder ob Sie den Ofen nur haben möchten, um ab und zu ein paar kuschelige Stunden davor zu verbringen, bzw. den Ofen nur fürs“ Zwischendurchheizen“ zu verwenden.
  • Machen Sie sich Gedanken, wo sie den Ofen am liebsten aufstellen würden, und wie Sie von dort aus die Ofenrohr-Verbindung zum nächsten Kamin aufbauen würden.
  • Holen Sie sich unter Umständen die Erlaubnis Ihres Vermieters ein und erfragen Sie dort auch gleich, ob an den vorhandenen Schornstein problemlos ein Kaminofen angeschlossen werden kann.
  • Vereinbaren Sie einen Termin mit ihrem Kaminkehrer -Meister und besprechen Sie mit ihm detailliert Ihr Vorhaben, bzw. holen Sie sich vorab eine Freigabe für ihr Kaminprojekt (das ist natürlich noch nicht die Abnahme, aber sowas wie ein Vorab-O.K. dafür). Lassen Sie sich von ihm beraten, was den Heizwert, die Art des Ofens und den Standort betrifft, bzw. die eventuell nötigen baulichen Änderungen.
  • Erst dann suchen Sie sich einen den Vorgaben entsprechenden Ofen aus und lassen sich von den Fachberatern im Geschäft auch dazu noch mal umfassend beraten.
  • Sobald das alles erledigt ist, kann der Aufbau des Ofens und der entsprechenden Abgasanlage durch Sie (dazu sollten Sie aber schon handwerklich begabt sein und wissen, was Sie tun) oder auch durch einen entsprechenden Handwerker erfolgen.
  • Nach Abschluss der Arbeiten erfolgt dann die Abnahme durch den Kaminkehrer-Meister, was aber kein Problem sein sollte, wenn Sie sich an die Vorgaben des Kaminkehrers aus dem Vorgespräch halten.

 

Viel Spaß mit ihrem neuen Ofen und viele behagliche Stunden…

P.S.:

Natürlich erhalten Sie bei uns im Markt vieles, reichhaltiges Zubehör zu Kaminöfen, bzw. alles was man für ein anständiges Feuerchen braucht. Kommen Sie bitte vorbei und schauen Sie sich um - wir freuen uns auf Sie…

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