Bauplanung - Schritt für Schritt zum Eigenheim

Bauplanung - Schritt für Schritt zum Eigenheim

Bauplanung - Schritt für Schritt zum Eigenheim

Der Traum vom Eigenheim ist weit verbreitet. Einige verwirklichen den Traum, indem sie ein bestehendes Haus erwerben und es nur noch renovieren und vielleicht ein wenig umbauen lassen. Andere hingegen möchten nicht nur das Gebäude ihr Eigen nennen, sondern auch bestimmen, wie es denn aussehen soll. Hier ist die Bauplanung der entscheidende Faktor. Sie entscheidet praktisch jeden einzelnen Schritt, beginnend mit den ersten Plänen bis hin zum Verlegen der letzten Fliese. Auf was es bei der Bauplanung ankommt, welche Möglichkeiten es gibt und worauf geachtet werden muss, pinnt dieser Beitrag ans Architektenboard.

 


Eine gute Planung ist beim Hausbau bereits die halbe Miete.

Vom Wunsch zum Plan

An diesem Punkt müssen sich baldige Eigenheimbesitzer zuerst entscheiden, was sie überhaupt wollen. Denn Haus ist nicht gleich Haus und nicht jedes Haus kann auf jedes Grundstück. Es gibt unterschiedliche Modelle und selbst innerhalb eines Modells gibt es Abstufungen:

-      Architektenhaus - das Haus wird, in Absprache mit dem Bauherrn, von Grund auf geplant. Künftige Hausbesitzer haben hier die Chance, sich ihre Wünsche bis ins Detail zu erfüllen. In der Regel werden diese Häuser in Massivbauweise errichtet.

-      Fertighaus - Fertighäuser wurden bereits geplant und können praktisch aus dem Katalog ausgesucht werden. Viele Anbieter dieser Häuser haben Mustersiedlungen, in denen Interessenten die einzelnen Häuser besuchen und schon einmal betrachten können.

-      Fertighaus mit Anpassung - diese Fertighäuser bestehen zwar vom Grundriss, lassen sich jedoch vom künftigen Bewohner anpassen. Oftmals ist es möglich, die Innenräume zu verändern und besondere Wünsche zu äußern.

-      Bauprojekte - natürlich gibt es auch die Möglichkeit, sich ein Haus aus einem bereits skizzierten und teilweise in die Tat umgesetzten Projekt zu kaufen. Auch hier gibt es einige Anpassungsmöglichkeiten, die sich aber überwiegend auf die Innenräume und den Innenausbau beschränken.

Bei den einzelnen Modellen gibt es natürlich auch verschiedene Ansprechpartner. Ein Architekt ist, gewissermaßen, immer mit im Boot, da auch das reine Fertighaus zu Beginn von ihm geplant wurde. Wichtiger ist die Entscheidung zwischen dem Bauträger und dem Bauunternehmen:

-      Bauträger - viel Planung bleibt hier nicht. Die wichtigsten Details stehen fest.

-      Bauunternehmer - sie arbeiten sowohl mit Fertighäusern als auch mit Massivhäusern. Der Bauherr kann seine Wünsche mit einbringen, jedoch lassen sich generell nicht alle erfüllen. Hier spielen natürlich auch die Gesetze mit in die Planung hinein. Schreibt der Bebauungsplan einen bestimmten Haustyp vor, müssen künftige Eigenheimbesitzer auch mit einer Holzvertäfelung des Balkons leben, wenn diese so in den Vorschriften stehen.

Phasen des Hausbaus

Einfach mal ein Haus zu bauen funktioniert vielleicht mit dem Kartendeck, nicht aber in der Realität. Jeder Hausbau hat verschiedene Phasen, die in gewisser Hinsicht immer durchlaufen werden:

Phase 1: Grundlagen

 

In dieser Phase werden sämtliche Grundlagen geregelt:

-      Planung - ob direkt beim Architekten oder bei einem anderen Anbieter: Die Planung wird geprüft, getestet und schließlich beantragt.

-      Genehmigung - für das Haus muss eine Baugenehmigung beantragt werden. Gibt es noch kein Grundstück, muss dieses natürlich ebenfalls gekauft werden.

-      Ausführungsplanung - aus dem Hausentwurfsplan wird ein Ausführungsplan erstellt, mit dem Baufirmen arbeiten können. In diesen Schritt werden auch Statiker und andere Experten involviert, die den Plan auf Herz und Nieren testen.

-      Angebote - wenn es der Bauherr selbst möchte, kann er sich nun Angebote einzelner Firmen einholen. Anderenfalls gibt er diese Arbeit an den Bauunternehmer ab.

-      Auftragserteilung - die Aufträge werden vergeben und es kann losgehen.

Phase 2: Rohbau

Der eigentliche Bau beginnt. Die Rohbauphase beginnt mit der Erschließung eines Grundstücks und endet mit dem Rohbau. Was der Rohbau alles beinhaltet, ist verhandelbar. Vorgeschrieben sind nur: Fundament, tragende Wände, Dachkonstruktion, Decken, Treppen und Innenwände.

Phase 3: Der Innenausbau

Steht die Gebäudehülle, geht es an den Innenausbau. Inwieweit hier gearbeitet wird und wie das Haus nach dieser Phase übergeben wird, liegt am Bauherrn. Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

-      Vollständiger Innenausbau - Fenster, Türen, Zargen, Böden. Möchte der Eigenheimbesitzer keine Arbeiten selbst übernehmen, wählt er dieses Modell. Das Haus wird, so vertraglich festgeschrieben, bezugsfertig übergeben.

-      Teilweiser Innenausbau - hier kümmern sich die Handwerker um die wichtigsten Aspekte und verlegen die Wasser- und Stromleitungen, Heizungsanschlüsse und gießen den Estrich. Es können noch weitere Arbeiten hinzukommen, doch übernimmt der Besitzer etliche Arbeiten eigenständig.

-      Eingeschränkter Innenausbau - das Haus wird noch mit Leitungen und Fenstern versehen, der Rest wird vom Hauseigentümer übernommen.

Den Innenausbau selbst zu übernehmen, ist eine gute Möglichkeit, um Kosten zu sparen. Allerdings sollte dies nur überlegt werden, wenn mehr als nur ein wenig handwerkliches Geschick vorhanden ist. Einige Arbeiten wie Wasser, Strom, Heizung sollten immer von Fachleuten ausgeführt werden.

Phase 4: Abnahme

Nun wird das Haus vom Bauherrn abgenommen. Er sollte sich stets vom Architekten - und eventuell von einem Gutachter - begleiten lassen, damit Fehler auch direkt gefunden und die Arbeiter zur Mängelbeseitigung aufgefordert werden können.

Exkurs: Wie sieht das Ganze bei Industriegebäuden aus?

Industriegebäude entstehen auf eine ähnliche Weise, wie gewöhnliche Häuser. Dennoch gibt es einige Punkte, die zu beachten sind:

-      Vorschriften - je nach Unternehmen sind spezielle Vorschriften zu beachten. Betriebe, die mit gefährlichen Flüssigkeiten hantieren, benötigen in der Regel nicht nur besondere Bodenplatten, sondern teils eigene Leitungen, über die die Flüssigkeit in ein Auffangbecken geleitet werden kann.

-      Sicherheit - auch die Arbeitssicherheit wird beim Bau beachtet. Hier kommt es insbesondere auf die Brandschutzvorschriften an, die bei Betrieben wesentlich strenger sind. Dies gilt auch für Stahlbauelemente wie Industrietreppen oder Maschinenunterkonstruktionen. Gleichfalls müssen Büro- und Arbeitsräume so geschaffen sein, dass Tageslicht hineinkommt.

-      Emissionsschutz - die wenigsten Industriegebäude stehen allein auf weiter Flur. Damit Nachbarn und Anwohner nicht belästigt werden, müssen spezielle Emissionsrichtlinien eingehalten werden.

Was geschieht, wenn bei Industriegebäuden nicht sorgsam geplant und gearbeitet wird, lässt sich seit Jahren wunderbar am Berliner Flughafen verfolgen - und vermutlich noch etliche weitere Jahre.

 


Ist das eigene Haus am Ende fertig, kann sich auch der Planer über gute Arbeit freuen.

Fazit - gut geplant ist halb gebaut

Viele Fehler bei Bauprojekten lassen sich auf eine schlampige oder unzureichende Planung zurückführen. Angehenden Hausbesitzern kann nur geraten werden, sich die einzelnen Baupartner sorgfältig auszuwählen und jemanden mit der Bauaufsicht zu beauftragen, der sein Handwerk versteht. Und sollten während des Baus doch Unsicherheiten aufkommen und die Antworten unzureichend sein: Die rechtzeitige Beauftragung eines externen Gutachters ist weit kostengünstiger, als die zu spät erfolgende Mängelbeseitigung, wenn die Mängel bereits Schäden verursacht haben.

Bildquellen:

Abbildung 1: © 3844328 (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Abbildung 2: © jarmoluk (CC0-Lizenz) / pixabay.com